Matthias Grünewald

  • identisch mit Mathis Gothart Nithart (MGN)
  • Maler, Baumeister, Wasserbautechniker

    * um 1470/1480
    + nach 1529 (letzte – umstrittene - Signatur)


Matthias Grünewald gilt neben Albrecht Dürer als der größte deutsche Maler seiner Zeit. Von seinem herausragendem, aber nicht umfangreichen Werk sind 23 Tafelbilder und knapp 40 Handzeichnungen erhalten.

Über die Identität des Malers sind viele Spekulationen angestellt worden. Stilkritisch gesichert ist die Begegnung mit Albrecht Dürer, der italienischen Renaissance und der niederländischen Kunst. Andererseits zeigt Grünewalds Werk Verwurzelungen zur mittelalterlichen Welt, u. a. sind Einflüsse der Mystikerin Birgitta nachweisbar.

Grünewald war von 1490 bis 1495 in Aschaffenburg tätig. Von 1501-1526 arbeitete er im benachbarten Seligenstadt. Seit 1508 stand er im Dienst des erzbischöflichen Hofes in Mainz. Während des Bauernkrieges schied Grünewald aus dem Hofdienst. Er verdiente danach seinen Lebensunterhalt als Seifensieder in Frankfurt am Main, anschließend war er als „Wasserkunstmeister“ in Halle an der Saale tätig. Dort verstarb er vermutlich im Jahr 1529.

Zu den frühen Werken Grünewalds gehört die wahrscheinlich begonnene Verspottung Christi (München, Alte Pinakothek). Zwischen 1512 und 1515 schuf Grünewald sein Hauptwerk: der Isenheimer Altar (Colmar, Musée d’Unterlinden). 1516-1519 entstand die Stuppacher Madonna, die das Mittelbild des "Maria-Schnee-Altars" bildete, die für die Stiftskirche St. Peter und Alexander in Aschaffenburg in Auftrag gegeben worden war. Der rechte Seitenflügel beinhaltete das "Maria-Schnee-Wunder", das sich im Jahre 352 in Rom ereignete. Der linke Seitenflügel ist verschollen.